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ZEITZEUGE MAHNT
 

“Damit nie vergessen werde, was geschah.“


Seit 1998 haben wir das Glück, dass Herr Adolf Burger im Rahmen des Geschichtsunterrichts unsere Schule besucht und unsere Schüler in beein-
druckend über die Vorgänge und Hintergründe in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten informiert.




 

A. Burger

 

Adolf Burger, der 1917 in der Slowakei geboren wurde, wurde zusammen mit seiner Frau Gisela und anderen jüdischen Häftlingen in das Konzentrationslager Auschwitz verschleppt, weil er sich gegen das Unrechtssystem nach dem Vorbild der Nationalsozialisten in seinem Heimatland stellte. Er beschreibt dezidiert die menschenverachtende, planvolle und grauenhafte Vorgehensweise im Konzentrationslager. Sein Vortrag ist sachlich und dennoch fesselnd, erstellt das eigene Schicksal nicht in den Vordergrund und wird nicht müde zu mahnen, dass sich ein solches Unrecht nicht wiederholen darf. Herr Burger verdeutlicht, wie groß der Überlebenswille im Konzentrationslager sein muss und welche „Zufälle“ das Überleben erst ermöglichen. Seiner Frau Gisela gelang es nicht das KZ Birkenau zu überleben, sie wurde ermordet.
Als gelernter Buchdrucker und Setzer wurde er 1944 in das KZ Sachsenhausen abkommandiert, da man seine beruflichen Fähigkeiten als Fälscher von Banknoten, Dokumenten und Briefmarken benötigte. Niemand durfte on der Existenz der Fälscherwerkstatt erfahren, deshalb erfolgte 1945 die Verlegung in das KZ Mauthausen und schließlich in das KZ Ebensee. Am 5. Mai 1945 erlebte er die Befreiung durch amerikanische Truppen. In seiner slowakischen Heimat fand er seine Angehörigen nicht mehr vor, erfuhr von der Ermordung seiner Mutter und seines Stiefvaters und ließ sich in Prag nieder.
Nach vielen Jahren des Schweigens alarmierten ihn Nachrichten vom Aufkeimen neuen nationalsozialistischen Gedankengutes, seitdem setzt er seine ganze Überzeugungskraft dafür ein, Menschen vom Irrweg dieses Gedankengutes zu überzeugen, sodass diese Gräuel sich nicht wiederholen.
Bei denen, die seine Vorträge erlebt haben, ist die Saat des positiv humanen Denkens aufgegangen. Wir hoffen, dass wir Herrn Burger noch viele Jahre als Gast an unserer Schule erleben dürfen, und danken ihm für das beeindruckende Zeitzeugnis.

Die Erlebnisse des Adolph Burger sind in dem Kinofim "Die Fälscher" aus dem Jahre 2006 verfilmt worden.